Friday, 27. July 2012
Öffnung der Ehe in Schottland für 2015 geplant
Für Religionsgemeinschaften und einzelne Geistliche sollen umfangreiche Ausnahmen in das Gesetz eingebaut werden. Anders als in Dänemark, wird die schottische Nationalkirche nicht verpflichtet sein, gleichgeschlechtliche Trauungen durchzuführen. Vorgesehen ist vielmehr eine Opting-in-Lösung: Kirchen und Zelebrant_innen, die Trauungen lesbischer und schwuler Paare durchführen wollen, werden sich in einem öffentlichen Register eintragen lassen können.
Der Schutz der religiösen Überzeugungen einzelner Zelebrant_innen erfordert nach Ansicht der schottischen Regierung auch eine Änderung des Gleichbehandlungsgesetzes (UK Equality Act). Daher wird die schottische Regierung versuchen, mit der britischen Regierung zunächst das Einvernehmen über die nötigen Änderungen herbeizuführen. Die Öffnung der Ehe in Schottland soll dann erst nach der Novellierung des UK Equality Act in Kraft treten. Die gesetzliche Regelung in Schottland wird weiter gehen als in England und Wales, wo für gleichgeschlechtliche Paare nur zivile Trauungen möglich sein sollen.
Massiver Widerstand gegen die Öffnung der Ehe kommt von Seiten der römisch-katholischen Kirchen und muslimischer Glaubensgemeinschaften, die in den letzten Wochen Postkarten- und Internet-Petitionen gegen das geplante Gesetz initiierten, aber auch die Church of Scotland hat sich dagegen ausgesprochen. Die Regierung will sich dadurch nicht beirren lassen: "Wenn wir als Land eine gleichberechtigte und tolerante Gesellschaft anstreben, wie wir es in Schottland tun, dann ist das der richtige Weg", erklärte Sturgeon.
In England und Wales soll die Ehe gleichgeschlechtlichen Paaren ebenfalls ab 2015 möglich sein, wenn alles nach Plan der Regierung verläuft. Früher, nämlich bereits 2013, werden die Standesämter laut Ankündigung diverser Regierungsvertreter_innen in Frankreich geöffnet werden. Auch auf der anderen Seite des Globus tut sich was in Sachen Eheöffnung: In Neuseeland wurde ein als "private bill", also Initiativantrag einzelner Abgeordneter eingebrachter Gesetzesvorschlag auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt. Premierminister John Key sagte der Presse gegenüber, er habe kein Problem mit der Ehe für Schwule und Lesben, aber sie sei für ihn keine Priorität.
Links: http://www.scotland.gov.uk/News/Releases/2012/07/same-sex25072012
http://www.scotland.gov.uk/Consultations/Closed/Q/page/4?rowId=1439#conRow1439 (Details zu den Ergebnissen der Umfragen, welche die schottische Regierung im Zusammenhang mit der geplanten Öffnung der Ehe durchgeführt hat)
http://www.guardian.co.uk/society/2012/jul/25/scotland-legalise-same-sex-marriage
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2012/jul/26/scotland-gay-marriage-cardinal-o-brien
http://uk.reuters.com/article/2012/07/26/us-britain-religion-idUKBRE86P0U620120726
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/europa/475511_Homo-Ehe-bald-auch-in-Schottland.html
http://www.brisbanetimes.com.au/world/nz-move-to-legalise-samesex-marriage-20120726-22v57.html
http://www.listener.co.nz/commentary/the-internaut/nzs-marriage-equality-bill-a-longblog/


http://www.boxturtlebulletin.com/2012/07/27/47013
In Vietnam hat sich vor kurzem ein Regierungsmitglied, nämlich Justizminister Ha Hung Cuong, zur Ehe-Debatte geäußert. Er hält die Benachteiligung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft für "inakzeptabel". Vor der Umsetzung konkreter Maßnahmen sollen aber erst die möglichen Auswirkungen evaluiert werden, bis zur tatsächlichen Gleichstellung in Bezug auf die Ehe kann es also noch einige Jahre dauern. http://www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=4619&cHash=13f38b96c6a6f3e0336374470693c916