In der New York Times beschäftigt sich Paul Geitner mit Fragen der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Europa und damit, was die komplizierte rechtliche Situation für konkrete Paare bedeutet. Da sind zwei Frauen, eine Finnin und eine Italienerin, die in Finnland eine eingetragene Partnerschaft geschlossen haben und mit ihren gemeinsamen Kindern ihre Urlaube bei den Verwandten in Italien verbringen. Italien anerkennt weder die EP noch die Stiefkindadoption. Zwei verpartnerte britische Staatsbürger gelten in Italien als ledig und können daher nicht gemeinsam Inhaber der von ihnen betriebenen Galerie sein.
Tomasz S. und José A. haben einander beim Studium in Warschau kennengelernt. Acht Jahre später sind sie gemeinsam in Josés Heimatstadt Alicante gezogen, um dort zu heiraten. Die polnischen Behörden verweigerten das dafür nötige Ehefähigkeitszeugnis, als sie herausfanden, dass der Verlobte einen männlichen Vornahmen trägt. Nach einer Intervention der Europäischen Kommission versprachen die polnischen Behörden voriges Jahr, ihre Vorgangsweise zu ändern. Passiert ist das bisher nicht. Die Unsicherheit bei der Anerkennung behindert die Niederlassungsfreiheit - eine der vier Grundfreiheiten der EU. Ein politischer Konsens für eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.
On Gay Marriage, Europe Strains to Square 27 Interests
von: Paul Geitner
in: New York Times (Onlineausgabe) vom 25. Juli 2012
Link: http://www.nytimes.com/2012/07/26/world/europe/on-gay-marriage-europe-strains-to-reconcile-27-interests.html?_r=4&pagewanted=all
In der New Yorker Printausgabe vom 26. Juli 2012 erschien der Artikel mit dem Titel "Open Borders, but Trouble Crossing".