Mit einem interessanten Detail wartet eine APA-Meldung auf, die heute in dieStandard.at veröffentlicht wurde: danach sollen Homo- und Bisexuelle 6,5 Prozent der französischen Wähler_innen ausmachen, praktizierende Katholik_innen hingegen nur 4,5 Prozent. Wie die Zahlen ermittelt wurden und wie dabei "praktizierend" definiert wurde, ist in dem Artikel leider nicht angegeben. Laut Wikipedia bekannten sich 2005 noch rund drei Viertel der französischen Bevölkerung zum katholischen Glauben.
Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen. Auf der Website der französischen katholischen Bischofskonferenz findet man Statistiken über die Entwicklung der Taufen und kirchlichen Trauungen. Wurden noch in den 1990er Jahren mehr als die Hälfte der neugeborenen Kinder römisch-katholisch getauft, so traf dies 2008 nur mehr auf knapp 40 Prozent zu. Drastischer ist die Entwicklung bei den Trauungen: Während die standesamtlichen Trauungen in Frankreich seit 1990 zwischen 250.000 und 305.000 pro Jahr pendelten, nahmen die kirchlichen Trauungen nach römisch-katholischem Ritus konstant ab: von 147.146 1990 auf 77.664 im Jahr 2009. In Frankreich ist, wie in Österreich, die standesamtliche Trauung gesetzliche Voraussetzung für eine kirchliche Trauung.
Links: http://diestandard.at/1339639721935/Frankreich-Ehe--und-Adoptionsrecht-fuer-Homosexuelle-kommt
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-katholische_Kirche_in_Frankreich
http://de.wikipedia.org/wiki/Frankreich#Religionen
http://www.eglise.catholique.fr/ressources-annuaires/guide-de-l-eglise/statistiques-de-l-eglise/statistiques-de-l-eglise-catholique-en-france-guide-2011.html