22 der 38 Beschäftigten der Wiener AIDS-Hilfe (die auch für Niederösterreich und das Burgenland zuständig ist) sind laut einer am Freitag veröffentlichten Meldung der Gewerkschaft der Privatangestellten von Gehaltseinbußen von bis zu 16 Prozent oder Kündigung bedroht. Das wäre nicht nur für die betreffenden Arbeitnehmer_innen unangenehm, sondern würde auch bedeuten, dass die Leistungen der AIDS-Hilfe leiden. Gewerkschaft und Betriebsrat appellieren an das Gesundheitsministerium, die längst fällige Valorisierung der Förderung für die AHW endlich umzusetzen und fordern, dass die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland, wo Betroffene mit betreut werden, sich finanziell beteiligen.
Hintergrund der drohenden Gehaltseinbußen und Kündigungen ist die schwierige Budgetlage des AHW, die unter anderem deshalb von Jahr zu Jahr dramatischer wird, weil das Gesundheitsministerium - anders als der Fonds Soziales Wien - seine Förderung seit rund 12 Jahren nicht mehr erhöht hat. Es hat zwar zweimal höhere Einmalzahlungen für jeweils ein Jahr geleistet, aber diese erleichterten die Budgetplanung nicht gerade. Um bei den Ausgaben zu sparen, versucht die AHW-Geschäftsleitung, die Beschäftigten dazu zu bringen, dass sie einem Umstieg aus der bisherigen Betriebsvereinbarung in den für sie ungünstigeren Kollektivvertrag für Arbeitnehmer_innen in den Gesundheits- und Sozialberufen (BAGS) zustimmen oder gehen. Wer nicht zustimmt, wird gekündigt.
Der Betriebsrat warnt nun, dass die Betreuungsabteilung wäre durch die angedrohten Kündigungen besonders massiv betroffen wäre. Das bedeutet vor allem für die Menschen, die mit HIV leben, eine Verschlechterung des hohen Betreuungsstandards - schließlich steht und fällt dieser mit dem teils langjährigen Vertrauensverhältnis zwischen Betreuer und Klient.
Die Gewerkschaft appelliert deshalb an das Gesundheitsministerium, "die längst anstehende Valorisierung der Förderungen für die Aids-Hilfe Wien endlich umzusetzen", so Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp.
Sie fordert auch, dass sich die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland, wo Betroffene mitbetreut werden, an der Finanzierung beteiligen. Die Aids Hilfe Wien finanziert sich aus Förderungen des Gesundheitsministeriums, des Fonds Soziales Wien und Spenden des Life Ball. Private Spenden machen nur einen sehr kleinen Teil des Budgets aus, wie GGG.at recherchiert hat.
Links: http://www.gpa-djp.at/servlet/ContentServer?pagename=GPA/Page/Index&n=GPA_11.1.a&cid=1339416915295
http://www.ggg.at/index.php?id=69&tx_ttnews[tt_news]=4503&cHash=f03a66fe70038449d75174288cf9f36c
http://www.hilfswerk.at/cms/download/d9l71/BAGS%20Kollektivvertrag%202012.pdf
http://www.bags-kv.at/