USA - Los Angeles scheint entschlossen, unsicheren Praktiken in der Pornofilmindustrie den Kampf anzusagen. Mit 11 zu 1 Stimmen wurde im Stadtrat von Los Angeles gestern eine Verordnung beschlossen, die das Verwenden vom Kondomen bei der Produktion von Pornofilmen vorschreibt. Die Stadt kam damit einer Bürgerinitiative der AIDS Healthcare Foundation (AHF) zuvor, die das Kondomgebot durch ein Referendum erzwingen wollte. Die AHF kämpft seit Jahren gegen gesundheitsgefährdende Praktiken in Pornofilmen. In Los Angeles werden pro Monat rund 200 Drehgenehmigungen für Pornoproduktionen erteilt. Bevor die neue Regelung in Kraft tritt, ist noch eine zweite Abstimmung nötig, die aber als gesichert gilt.
Die Kondomvorschrift ist nicht unumstritten. Diane Duke, die Vorsitzende einer Interessensvertretung der Pornofilmer_innen teilte in einer Reaktion mit, dass die Industrie seit Jahren eigenverantwortlich und erfolgreich für Sicherheit am Set sorge. Es habe seit über fünf Jahren keine HIV-Infektion unter den Akteur_innen gegeben und nur geringe Infektionsraten bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie warnt, dass die neue Vorschrift die Selbstregulierung in der Pornoindustrie unterminieren könnte.
Einzelne Produzenten haben angekündigt, mit ihre Produktionen Los Angeles zu verlassen. Die Regelung gilt im übrigen nicht für Studio-Aufnahmen, sondern nur für Filmproduktionen in privaten Sets. Allerdings wird laut Auskunft von AHF-Direktor Michael Weinstein die Mehrzahl der Pornofilme nicht in Studios gedreht.
Der frühere Pornodarsteller Darren James, bei dem 2004 HIV diagnostiziert wurde und der selbst zumindest drei Partnerinnen angesteckt hatte, bevor er seinen HIV-Status erfuhr, bezeichnete die Entscheidung des Stadtrats von Los Angeles als wichtigen Sieg.
Wie die Einhaltung der Vorschrift kontrolliert werden soll, ist noch nicht ganz klar. Zur Evaluierung der Möglichkeiten soll eine Arbeitsgruppe aus Vertreter_innen der Stadt, der Polizei, der Arbeitsgesundheitsbehörde und der Pornofilmindustrie gebildet werden. AHF-Vertreter_innen können sich stichprobenartige Kontrollen am Set vorstellen. Ein Verstoß soll nicht durch eine Geldstrafe, sondern, zumindest im Wiederholungsfall, zur Verweigerung weiterer Drehgenehmigungen führen. Quelle: LA Weekly vom 10. Jänner 2012
Links: http://blogs.laweekly.com/informer/2012/01/porn_condom_angeles_council_ma.php
http://www.dailynews.com/lifestyle/ci_19713319
http://blogs.laweekly.com/informer/2011/12/porn_condom_vote_angeles_ballot_suit.php
http://blogs.laweekly.com/informer/2011/12/porn_condom_ballot_angeles_city_lawsuit.php
http://www.laweekly.com/2011-09-29/news/porn-defends-the-money-shot/
http://joemygod.blogspot.com/2012/01/los-angeles-city-council-adopts-condom.html